PERSÖNLICHES RISIKO DES REISENDEN
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Schwangerschaft / Stillzeit und Reisen

Aktualisierung: 27.03.2006

Information für Reisende

[Handout]

Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind sind bei Reisen in Entwicklungsländer erhöht, zum Teil durch vermehrte Letalität durch Infektionskrankheiten (Malaria, Hepatitis E u.a.) und thromboembolische Komplikationen bei langen Flugreisen. Die spezielle Situation und die neuen Erfordernisse sollen mit dem betreuenden Arzt besprochen werden.
Die Monate 1-3 sind für den Embryo besonders risikoreich, ebenso ab der 35. Woche, in welchen eine Flugreise nicht von allen Fluggesellschaften akzeptiert wird.

Malariaprophylaxe
Nach Möglichkeit ist auf Aufenthalte in Gebieten mit hohem Malariarisiko zu verzichten.
Nötigenfalls ist eine Chemoprophylaxe (Suppressionstherapie, rezeptpflichtig) mit Chloroquin oder Chloroquin/Proguanil möglich. Bestehen Resistenzen auf diese Substanzen, kann neuerdings Mefloquin (LARIAM®, MEPHAQUIN®) auch in der Schwangerschaft zur Prophylaxe einer Malaria eingesetzt werden. Eine Malariaprophylaxe mit Doxycyclin ist nicht erlaubt. Die Verwendung von MALARONE® ist mangels Daten nicht zugelassen.
Stillzeit: Malariaprophylaxe mit Chloroquin oder Mefloquin
erlaubt.

Viele Antibiotika und auch andere Medikamente sind in der Schwangerschaft nicht getestet und/oder nicht erlaubt. Lesen Sie die Packungbeilagen genau, bevor Sie ein Medikament einnehmen.

Impfungen
In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte aus prinzipiellen Erwägungen nur bei hohem Krankheitsrisiko und dann möglichst erst ab 2. Trimenon geimpft werden (siehe Tabelle). Wenn möglich sollten Impfungen mit Lebendvaccinen in der Schwangerschaft vermieden werden. Impfungen mit Totimpfstoffen sind bei einer unkomplizierten Schwangerschaft in der Regel unbedenklich.

Impfungen - Kontraindikationen

Impfung: + = erlaubt, - = nicht erlaubt,
(-) = nur bedingt erlaubt mangels Daten

Attenuierte Lebendimpfstoffe Schwangerschaft Stillzeit
BCG - -
Gelbfieber - -
MMR, MR, M, R - (-)
Typhus: Vivotif - -
Varizellen - -
Tot- oder inaktivierte Impfstoffe    
Td + +
Cholera (DUKORAL®) - -
FSME (-) (-)
Hepatitis A (-) (-)
Hepatitis B (-) (-)
Influenza (-) (-)
IPV (Polio Salk) (-) (-)
eIPV (enhanced IPV) (-) (-)
Jap. Enzephalitis (-) (-)
Meningokokken A+C (-) (-)
Meningokokken quadri-valent (-) (-)
Pneumokokken (-) (-)
Rabies (-) (-)

TVT: Tiefe Venenthrombose
Das Risiko einer Thrombose nimmt mit steigendem Alter der Mutter und dem Fortschreiten der Schwangerschaft zu. Lange Flugreisen sollten deshalb vermieden werden. Kompressionskniestrümpfe sind während des Fluges empfohlen.

Reisen in grosse Höhen
In grosser Höhe ist der Sauerstoffdruck geringer, das Kind könnte unter Sauerstoffmangel leiden und geschädigt werden. Deshalb sollten solche Reisen unterlassen werden. Dies gilt v.a. für die ersten Schwangerschaftsmonate.

Versicherung
Abklärung der Versicherungssituation und der Leistungen für Mutter und Kind.
Für Reisen in die EU bei der Krankenkasse eine Europäische Krankenversicherungskarte beantragen (http://europa.eu.int/comm/employment_social/healthcard/index_de.htm).

Stillen in der Öffentlichkeit
Stillen in der Öffentlichkeit wird nicht in allen Ländern akzeptiert. Tun sie, was die Einheimischen tun. Wenn Zweifel darüber bestehen, ob das öffentliche Stillen alltägliche Sitte ist, sollte man darauf verzichten und sich dazu in den Privatbereich zurückziehen.


© Astral 1999-2006 Stand: 20-09-2006 20-09-2006

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